Magnetresonanz-Tomographie (MRT)

Die Kernspintomographie oder Magnetresonanz-Tomographie (MRT) ist eine der modernsten, sichersten und schonendsten Methoden, krankhafte Organveränderungen im Inneren des Körpers ohne die Verwendung von Röntgenstrahlen aufzuspüren.
Diese Methode nutzt die unterschiedliche Magnetisierbarkeit menschlicher Gewebe, um hochwertige Bilder einzelner Organe, Gelenke oder ganzer Körperregionen anzufertigen. Mit modernen MRT-Scannern können Ort, Ausdehnung und Ursache einer Erkrankung bei bestimmten Fragestellungen wesentlich besser dargestellt werden, als dies mit herkömmlichen Verfahren wie Röntgenuntersuchungen oder Ultraschall möglich ist.
Wir arbeiten u.a. mit dem 3 Tesla MRT Siemens Magnetom Skyra, eines der zur Zeit besten 3 Tesla MRT-Geräte Deutschlands mit einem extra großen Tunneldurchmesser von 70 cm, und gehören zusätzlich mit unserem 1,5 Tesla Gerät Siemens Magnetom Avanto am Standort Kurfürstendamm zu den technisch führenden Praxen in Berlin.

Abbildung: MRT Siemens Magnetom Skyra 3 T (mit freundlicher Genehmigung der Fa. Siemens)

 

Anwendungsbereiche

Die MRT wird schwerpunktmäßig z.B. zur Abklärung folgender Erkrankungen eingesetzt:

  • Im Bereich der Wirbelsäule zur Untersuchung von Bandscheibenvorfällen, Tumoren und Fehlbildungen

Abbildung: Massiver Bandscheibenvorfall

  • Bei Durchblutungsstörungen, Tumoren und Entzündungen in Gehirn und Rückenmark
  • Bei Verletzungen, Entzündungen, degenerativen Veränderungen und
  • Tumoren von Knochen und Gelenken
  • Für die Darstellung von Gefäßveränderungen wie Verengungen, Verschlüssen oder Aneurysmen (Erweiterungen oder Aussackungen der Gefäßwand)
  • Bei entzündlichen Dünndarmerkrankungen (MR-Sellink)
  • Bei tumorösen Veränderungen der Brustdrüse (MR-Mammographie)
  • Zur Herzdiagnostik (Kardio-MRT) bei Durchblutungsstörungen (Verengungen der Herzkranzgefäße, Minderdurchblutung des Herzmuskels), Herzklappenfehlern, Entzündungen und zur Funktionsdiagnostik

Abbildung: Kardio-MRT Vorhofmyxom

  • Bei Entzündungen und Tumoren im Hals-Nasen-Ohren-Bereich
  • Innere Organe wie Leber, Bauchspeicheldrüse, Milz, Nieren und Nebennieren, Gebärmutter, Eierstöcke, Prostata und Harnblase können natürlich ebenfalls untersucht werden

 

Vorteile der MRT

  • Keine Röntgenstrahlenexposition
  • Gute Rekonstruktionsmöglichkeiten
  • Funktionelle Untersuchungen, z.B. von Herz oder Hirn
  • Nicht invasive Darstellung von Gefäßen
  • Sehr hohe Kontrastauflösung von: Knochenmarkprozessen, Bändern, Sehnen, Hirnstrukturen und Weichteilen

Abbildung: MRT Kopf

  • Sehr hohe Detailerkennbarkeit – diese übertrifft die Darstellbarkeit im Röntgen, wie auch die der CT
  • Die Bewegung von Organen kann in Echtzeit dargestellt werden und ist besonders nützlich für die interventionelle (therapeutische) Radiologie und die Kardio-MRT
     

Nachteile der MRT

  • Längere Untersuchungsdauer als bei der CT
  • Schlechtere Darstellung als bei der CT von
       - Gefäßwänden, insbesondere in Bezug auf die Beurteilung von kalkhaltigen Ablagerungen (Plaques)
       - Akuten intrakraniellen Blutungen
       - Lungenfeinstrukturen
     

Kontraindikationen der MRT

Bitte informieren Sie uns, falls sich folgende Fremdkörper in Ihrem Körper befinden:

  • Herzschrittmacher: Eine Ausnahme bilden MR-kompatible Schrittmacher (Biotronik, Medtronic, SJM). Heute sind MR-Untersuchungen auch in 1,5 Tesla-Scannern möglich, bedürfen aber einer gewissen Planung vor, während und nach der MRT-Untersuchung.
  • AICD's (implantierte Defibrillatoren), biventrikuläre Schrittmacher, implantierte Insulin-/Schmerzpumpen
  • Bestimmte Innenohrimplantate (Cochleaimplantate)
  • Neurostimulatoren für die Schmerztherapie
  • Granatsplitter oder unter der Haut liegende Metallabsprengungen (metallverarbeitende Berufe)
  • Gefäßclips und intrazerebrale Clips (wenn kein eindeutiger Nachweis einer MR – Kompatibilität vorliegt z.B. durch das OP – Protokoll)
  • Bestimmte künstliche Herzklappen älterer Bauart müssen anhand des Herzpasses auf MRT-Tauglichkeit überprüft werden; sicher nicht MRT-tauglich sind künstliche Herzklappen-Implantate vor 1990
  • Bestimmte Gelenkprothesen je nach Material

Bei Vorliegen folgender Faktoren ist eine Absprache vor einer geplanten Untersuchung unbedingt notwendig:

  • Bekannte Allergie gegen MR-Kontrastmittel
  • Übergewicht ( > 135 kg)
  • Klaustrophobie („Platzangst“): In den allermeisten Fällen ist die Untersuchung mit einer geringen Dosierung eines Beruhigungsmittels sehr gut durchführbar,  danach ist Ihnen das Autofahren für ca. 4 Stunden jedoch nicht mehr erlaubt.
  • Schwangerschaft (in den ersten 3 Monaten)
     

Kontrastmittel

Bei bestimmten Fragestellungen, z.B. zur Abklärung von Entzündungen, Raumforderungen oder zur Gefäßdarstellung wird Kontrastmittel benötigt, um die Aussagefähigkeit der Bilder zu erhöhen. Das MRT-Kontrastmittel wird in die Amrvene injiziert. Es enthält Gadolinium und kein Jod und wird sehr gut vertragen, so dass das Risiko einer allergischen Reaktion minimal ist. Schilddrüsenerkrankungen spielen keine Rolle.
Allergische Reaktionen können sein: Juckreiz, Hautausschlag, Übelkeit oder Erbrechen. Extrem selten sind schwere Reaktionen wie z.B. Kreislaufkollaps. Diese können wir sofort medikamentös behandeln. In äußerst seltenen Fällen kann es, insbesondere bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion (z.B Dialysepflichtigkeit), zu einer nephrogenen sytemischen Fibrose (NSF) kommen.
 

Ablauf einer MRT-Untersuchung

Zu Beginn erhalten Sie einen ausführlichen Aufklärungsbogen, den sie sorgfältig durchlesen und ausfüllen sollten. So bekommen wir wichtige Informationen über Ihre Beschwerden oder etwaige MRT-Risiken. Währen der Untersuchung befinden Sie sich in einer Art Tunnel. Eine Videokamera ermöglicht dem Personal den ständigen Blickkontakt zu Ihnen. Außerdem erhalten Sie einen Schalter in die Hand, über den Sie die Untersuchung jederzeit unterbrechen könnten.

Abbildung: MRT Siemens Magnetom Avanto 1,5 T (mit freundlicher Genehmigung der Fa. Siemens)

Sollten Sie unter Platzangst leiden, teilen Sie uns dies bitte bei der Terminvergabe mit. Ihnen wird dann vor der Untersuchung ein Beruhigungsmittel in die Vene injiziert. Unser MRT ist jedoch vorn und hinten geöffnet; erfahrungsgemäß haben lediglich Patienten mit sehr starker Platzangst Schwierigkeiten. Die wichtigste Voraussetzung für das Gelingen der Untersuchung ist, dass Sie währenddessen sehr ruhig liegen. Die einzelnen Messungen (sog. Sequenzen) sind mit lauten,  technisch nicht vermeidbaren Klopfgeräuschen verbunden. Aus diesem Grund erhalten Sie von uns einen Gehörschutz.
Die Untersuchungsdauer beträgt je nach Fragestellung zwischen 10 und 45 Minuten.
Sollte ein Beruhigungsmittel appliziert worden sein, dürfen Sie für ca. 4 h kein Kraftfahrzeug führen.
HINWEIS: Da der Magnetresonanztomograph einen sehr starken Magneten enthält, dürfen Sie bewegliche Metallgegenstände nicht mit in den Untersuchungsraum nehmen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Sie Uhren, Schmuck und andere Metallgegenstände sowie EC- und Kreditkarten vor der Untersuchung ablegen. Manche Farben für Tätowierungen oder Permanent-Make-up enthalten metallhaltige (ferromagnetische) Farbpigmente. Während der Untersuchung kann es in sehr seltenen Fällen zu einer Erwärmung und Reizung der Haut kommen. Sollten Sie jedoch etwas dergleichen bemerken, klingeln Sie
bitte.
 

Technische Details

Die MRT arbeitet ganz ohne Röntgenstrahlung. Während der Untersuchung liegen Sie in dem Tunnel in einem starken Magnetfeld. Dabei richten sich die Protonen (Wasserstoffionen) des Körpers entlang des Magnetfeldes aus. Mit Hilfe von Radiowellen lassen sich dann ganz bestimmte Körperschichten „anregen“. Nach Abschalten dieses hochfrequenten elektromagnetischen Impulses kehren die Protonen zu ihrer ursprünglichen Ausrichtung zurück. Dabei geben sie Signale ab, die
mit Hilfe spezieller Antennen (sog. Spulen) empfangen werden. Das angeschlossene Computersystem wandelt diese aufgezeichneten Signale in
Graustufenbilder der untersuchten Körperregion um. Das Ergebnis sind sehr präzise Schnittbilder durch den menschlichen Körper, die in jeder
beliebigen Schnittebene verlaufen können. Im Diagnostikum Berlin führen wir die Untersuchungen mit hochmodernen Geräten, wie dem 3 Tesla MRT Siemens Magnetom Skyra mit einem extra großen Tunneldurchmesser von 70 cm, sowie dem 1,5 Tesla MRT Siemens Magnetom Avanto durch.

Abbildung: MRT Siemens Magnetom Skyra 3 T (mit freundlicher Genehmigung der Fa. Siemens)